Institut für Medien, ­Politik & Theater

Da, wo der Journalismus an seine Grenzen stößt, kann das Theater Fragen und Widersprüche in den Raum stellen, die ausgehalten werden müssen - ohne Anspruch auf eindeutige Antworten.

© Tobias Pichler

Über das Institut für Medien, Politik & Theater

(Felix Hafner, Regisseur - Emily Richards, Dramaturgin - Anna Wielander, Journalistin)

Das Kollektiv „Institut für Medien, Politik und Theater” arbeitet inter­disziplinär an der Schnitt­stelle zwischen Theater und Journalismus. Das Kollektiv besteht aus Felix Hafner (Regie), Emily Richards (Dramaturgie) und Anna Wielander (Journalismus). Sowohl die Konzeption und Recherche, als auch der Schreib­prozess finden im Kollektiv statt. Je nach Projekt werden Kolleg:innen aus Theater und/oder Journalismus zur Unterstützung herangezogen. Ein monatelanger, intensiver Recherche­prozess zum Thema und viele Hinter­grund­gespräche mit unterschiedlichen Expert:innen bilden die Grundlage für jedes Theater­projekt. Die Beschäftigung mit der komplexen, oft un­übersichtlichen Realität ist dem „Institut” ein Anliegen, das in den sinnlichen Mitteln des Theaters eine Möglichkeit sieht, neue Kontexte sichtbar zu machen. Da wo der Journalismus an seine Grenzen stößt, kann das Theater Fragen und Widersprüche in den Raum stellen, die ausgehalten werden müssen – ohne Anspruch auf eindeutige Antworten. Informations­vermittlung von gesellschaftlich relevanten und komplexen Themen steht im Fokus der dokumentarischen Theater­projekte – ob das nun die Funktionsweise der österreichischen Medien­förderung und Inseratenkorruption im Format „Die Fellner Lesung” ist, oder das System des Geschworenen­gerichts in der Produktion „Der Fall Julia K. – Ein Stück True Crime”. Das Publikum wird stets informiert, überrascht und angeregt, weiterzudenken und eigene Fragen zu stellen. Besonders wichtig sind in der Recherche­arbeit die Hintergrundgespräche mit Expert:innen verschiedenster Bereiche. Dadurch gewinnt das Team (und auch das Ensemble) spannende und individuelle Einblicke in das jeweilige Thema. Diese oft ganz unterschiedlichen Blick­weisen ermöglichen eine multi­perspektivische Darstellung und geben den Anstoß für weitere gesellschaftliche Diskussionen der verhandelten Themen. Außerdem bilden die Hintergrund­gespräche, sowie Diskussionen innerhalb des Teams meist Textmaterial für konflikt­reiche Szenen. Je nach Produktion wird der Text während der Probenzeit mit dem Ensemble weiterentwickelt. Die Projekte bleiben auch am Zahn der Zeit: Bei neuen Ereignissen oder Erkenntnissen wird der Text für die Vorstellungen laufend aktualisiert.
© Emanuel Megersa

Felix Hafner

wurde in der Steiermark geboren, studierte Schauspielregie am Max Reinhardt Seminar, er arbeitet seitdem freischaffend als Regisseur und Schauspieler. Inszenierungen am Volks­theater Wien, Landestheater Nieder­österreich, Tiroler Landes­theater, steirischer herbst und Münchner Volks­theater (zuletzt HERKUNFT nach Saša Stanišić). Kontinuierliche Zusammen­arbeit mit dem Dramaforum Graz. 2017 erhielt er den Nestroy-Theater­preis als bester männlicher Nachwuchs für seine Inszenierung von DER MENSCHENFEIND am Wiener Volkstheater.
© Tobias Pichler

Emily Richards

wurde in Salzburg geboren und studiert Dramaturgie (MA.) an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg. Zuvor studierte sie Trans­kulturelle Kommunikation und Vergleichende Literatur­wissenschaft an der Universität Wien und Université Libre de Bruxelles (BA.BA.). Während dem Studium hospitierte sie am Volks­theater Wien, Burgtheater und an der Schaubühne Berlin. Im Februar 2020 feierte ihr Debut­stück „Lowkey – ein Tagebuch­stück” (Regie: Caroline Richards) Premiere im Theater 7ieben & 7iebzig in Innsbruck. Engagements beim steirischen herbst und am Volks­theater Wien. Außerdem ist sie als freie Übersetzerin und Lektorin tätig.

Anna Wielander

studierte Slawistik und Journalismus in Wien und hat einen Master in Politik­wissenschaft, den sie in Prag abgeschlossen hat. Bis 2021 arbeitete sie beim ORF, zuerst als Online-Redakteurin, danach im Social Media Team der Zeit im Bild. 2022 wechselte sie zum Standard, wo sie im Newsteam für die tagesaktuelle Berichterstattung verantwortlich ist. Für die Folge mit dem Klimaaktivisten Johannes Stangl ihres Podcast-Projekts „Jugendstil” erhielt sie 2019 den Österreichischen Jugendpreis.

© Christoph Liebentritt